Passungsrechner und Toleranzrechner nach ISO 286

Genauso einfach wie unser Frästeilkalkulator: Unser Passungs- und Toleranzrechner.

Berechnen Sie Grenzmaße, Toleranzfelder und Passungen für Bohrungen und Wellen. Der InstaWerk Passungsrechner unterstützt Sie bei der Auswahl geeigneter Spiel-, Übergangs- und Übermaßpassungen und berücksichtigt neben den ISO-Toleranzen auch Prüfmaße, Beschichtungen und Temperatureinflüsse.

Geben Sie ein Nennmaß und die gewünschte Toleranzklasse ein, beispielsweise 25 H7/g6. Der Rechner ermittelt die oberen und unteren Grenzabmaße, die zulässigen Höchst- und Mindestmaße sowie den möglichen Spiel- oder Übermaßbereich der Verbindung.

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ISO 286

Passungs- und Toleranzrechner nach ISO 286

Grenzmaße berechnen, Toleranzklassen bestimmen und passende Spiel-, Übergangs- oder Übermaßpassungen vergleichen.

mm
Bohrung / Innenmaß
Welle / Außenmaß
Beschichtungszugabe

Radiale Schichtdicken eingeben. Die Bohrung wird kleiner, die Welle größer.

µm
µm
µm
µm
%
Temperatureinfluss

Lineare Wärmeausdehnung relativ zur Referenztemperatur 20 °C.

µm/(m·K)
µm/(m·K)
°C
°C
Prüfmaßkontrolle

Gemessene Istmaße mit den berechneten Grenzmaßen vergleichen.

mm
mm
µm

Die Berechnung erfolgt ausschließlich im Browser und ist kein fälschungssicherer Prüfbericht. Verbindliche Fertigungs-, Bestell- oder Freigabedaten müssen unabhängig geprüft werden.

Passungen und Grenzmaße schnell berechnen

Eine Passung beschreibt die maßliche Beziehung zwischen zwei miteinander zu fügenden Bauteilen. Im Maschinenbau handelt es sich meistens um eine Bohrung und eine Welle. Das gleiche Prinzip lässt sich jedoch auch auf andere Innen- und Außenmaße anwenden. Der Passungsrechner führt die Toleranzfelder beider Komponenten zusammen und zeigt unmittelbar, ob sich über den gesamten zulässigen Maßbereich eine Spielpassung, eine Übergangspassung oder eine Übermaßpassung ergibt. Neben der klassischen Berechnung aus einer Toleranzklasse unterstützt das Tool auch die umgekehrte Suche: Aus vorgegebenen Grenzabmaßen kann die passende oder nächstliegende ISO-Toleranzklasse ermittelt werden. Damit sind Sie optimal für die Spezifikation Ihrer Fertigungsteile gewappnet.

Der Rechner unterstützt Sie bei folgende Aufgaben

  • Toleranzklasse in Grenzabmaße und Grenzmaße umrechnen
  • Grenzabmaße einer ISO-Toleranzklasse zuordnen
  • Mindestspiel und Höchstspiel berechnen
  • Minimales und maximales Übermaß bestimmen
  • Spiel-, Übergangs- und Übermaßpassungen unterscheiden
  • Geeignete Passungen für typische Anwendungen vergleichen
  • Gemessene Istmaße auf Einhaltung der Toleranz prüfen
  • Tatsächliches Spiel aus Prüfmaßen berechnen
  • Beschichtungszugaben berücksichtigen
  • Temperatureinflüsse auf Bohrung und Welle untersuchen

Berechnung auf Basis des ISO-Toleranzsystems

ISO 286 definiert ein international verwendetes Kennzeichnungssystem für Toleranzen linearer Größen. Es gilt unter anderem für Zylinder sowie für Größenmerkmale zwischen zwei parallelen gegenüberliegenden Flächen. ISO 286-1 beschreibt die Grundlagen, Begriffe, Toleranzgrade und Passungssysteme. ISO 286-2 enthält Grenzabmaße für gebräuchliche Toleranzklassen von Bohrungen und Wellen.

Eine Toleranzklasse besteht aus zwei Elementen:

  • der Lage des Toleranzfeldes gegenüber dem Nennmaß
  • dem Toleranzgrad, der die Breite des Toleranzfeldes bestimmt

Beispiele sind: H7 g6 JS8 p6

Großbuchstaben stehen für Bohrungen beziehungsweise Innenmaße. Kleinbuchstaben kennzeichnen Wellen beziehungsweise Außenmaße.

Beispiel: 25 H7/g6

25 mm Nennmaß H7 Toleranzklasse der Bohrung g6 Toleranzklasse der Welle

Spielpassung, Übergangspassung oder Übermaßpassung

Spielpassung

Bei einer Spielpassung ist die Bohrung selbst im ungünstigsten Grenzfall mindestens so groß wie die Welle. Die Komponenten lassen sich ohne elastische oder plastische Verformung fügen.

Typische Einsatzfälle sind:

  • Gleitführungen
  • verschiebbare Zahnräder
  • lösbare Kupplungen
  • Lagerungen mit definiertem Spiel
  • leicht montierbare Zentrierungen

Der Rechner zeigt sowohl das garantierte Mindestspiel als auch das maximal mögliche Spiel.

Übergangspassung

Bei einer Übergangspassung kann abhängig von den tatsächlichen Istmaßen entweder Spiel oder Übermaß entstehen.

Solche Passungen werden häufig verwendet, wenn eine gute Zentrierung erforderlich ist, die Verbindung jedoch noch montierbar und gegebenenfalls demontierbar bleiben soll.

Typische Anwendungen sind:

  • präzise Nabenverbindungen
  • Kupplungen
  • Zahnradaufnahmen
  • Schwungräder
  • Bauteile mit genauer Lagezuordnung


Übermaßpassung

Bei einer Übermaßpassung ist die Welle im ungünstigsten Grenzfall mindestens so groß wie die Bohrung. Das Fügen erfordert daher eine Presskraft, eine Temperaturdifferenz oder eine Kombination aus beiden Verfahren.

Typische Anwendungen sind:

  • dauerhaft feste Welle-Nabe-Verbindungen
  • Zahnkränze
  • Buchsen
  • Lagerinnenringe
  • Bauteile zur Übertragung von Kräften oder Drehmomenten

Der Begriff Presspassung wird häufig als praxisnahe Bezeichnung für eine Übermaßpassung verwendet.

Nennmaß

Ausgangsmaß, auf das sich alle Abweichungen beziehen

Oberes Grenzabmaß

Differenz zwischen Höchstmaß und Nennmaß

Unteres Grenzabmaß

Differenz zwischen Mindestmaß und Nennmaß

Toleranzfeld

Bereich zwischen oberem und unterem Grenzabmaß

Definitionen

Was bedeuten Nennmaß, Grenzabmaß und Grenzmaß?

Die Grenzabmaße werden üblicherweise in Mikrometern angegeben. Die daraus resultierenden Grenzmaße gibt der Rechner zusätzlich in Millimetern aus. Die Grenzabmaße werden üblicherweise in Mikrometern angegeben. Die daraus resultierenden Grenzmaße gibt der Rechner zusätzlich in Millimetern aus.

Höchstmaß

Größtes zulässiges Maß eines Bauteils

Mindestmaß

Kleinstes zulässiges Maß eines Bauteils

Maßtoleranz

Differenz zwischen Höchstmaß und Mindestmaß

Toleranzklasse

Kombination aus Toleranzlage und Toleranzgrad

Geeignete Passung für die Konstruktion auswählen

Die richtige Passung hängt nicht allein von der gewünschten Beweglichkeit ab. Auch Montage, Demontage, Zentrierwirkung, Temperatur, Oberflächenzustand und Belastung sind zu berücksichtigen. Der Passungsfinder stellt daher typische Kombinationen aus Spiel-, Übergangs- und Übermaßpassungen gegenüber. Für jede Empfehlung wird der tatsächliche Spiel- oder Übermaßbereich beim eingegebenen Nennmaß berechnet. Diese Einordnung ist eine konstruktive Vorauswahl. Der numerische Spiel- oder Übermaßbereich hängt vom Nennmaß, dem Toleranzgrad und der konkreten Kombination ab. Der Rechner bestimmt deshalb für jede Auswahl die tatsächlichen Grenzwerte neu.

PassungTypischer Charakter
H7/g6Präzise Spielpassung mit garantiertem Spiel
H7/h6Enge Spielpassung mit möglichem Nullspiel
H7/j6Leichte Übergangspassung
H7/k6Übergangspassung mit guter Zentrierwirkung
H7/m6Straffe Übergangspassung
H7/n6Übergang zur festen Pressverbindung
H7/p6Übermaßpassung für feste Verbindungen
H7/r6 bis H7/s6Größeres Übermaß, häufig Press- oder Temperaturmontage

Geeignete Passung für Ihre Konstruktion

Die Funktionen unseres Kalkulators im Überblick

Grenzabmaß in Toleranzklasse umrechnen

Nicht immer liegt eine vollständige ISO-Bezeichnung vor. Häufig sind in einer Zeichnung oder Messvorgabe lediglich das obere und untere Grenzabmaß angegeben.

Im Modus Grenzabmaß zu Toleranzklasse geben Sie ein:

  • Nennmaß
  • Innenmaß oder Außenmaß
  • oberes Grenzabmaß
  • unteres Grenzabmaß

Der Rechner sucht nach einer passenden ISO-Toleranzklasse. Wird keine exakte Übereinstimmung gefunden, können die nächstliegenden Klassen als Orientierung ausgegeben werden.

Eine angenäherte Klasse ist nicht automatisch mit einer normativ definierten Toleranzklasse gleichzusetzen. Entscheidend ist, ob sowohl die Lage als auch die Breite des Toleranzfeldes übereinstimmen.

Prüfmaßkontrolle für Bohrung und Welle

Mit der Prüfmaßkontrolle lässt sich untersuchen, ob ein gemessener Durchmesser innerhalb der vorgegebenen Grenzmaße liegt.

Für ein einzelnes Bauteil zeigt der Rechner:

  • Solltoleranz
  • gemessenes Istmaß
  • Abstand zum oberen Grenzmaß
  • Abstand zum unteren Grenzmaß
  • Lage des Messwertes innerhalb des Toleranzfeldes
  • Ergebnis der Maßprüfung

Werden sowohl Bohrung als auch Welle gemessen, kann zusätzlich das tatsächlich vorhandene Spiel bestimmt werden:

Tatsächliches Spiel =
gemessene Bohrung – gemessene Welle

Das tatsächliche Spiel ist von dem aus den Zeichnungstoleranzen berechneten möglichen Spielbereich zu unterscheiden.

Beschichtungszugabe berechnen

Beschichtungen können eine zunächst geeignete Spielpassung erheblich verändern. Bei der Auslegung ist daher zu klären, ob sich die Zeichnungstoleranz auf das unbeschichtete oder auf das fertig beschichtete Bauteil bezieht.

Bei einer radialen Schichtdicke t gilt näherungsweise:

Beschichtete Welle:

Durchmesserzunahme = 2 × t

Beschichtete Bohrung:

Durchmesserabnahme = 2 × t

Eine Schichtdicke von 10 µm auf einer Welle vergrößert deren Durchmesser somit um 20 µm. Eine gleich dicke Beschichtung auf der Innenfläche einer Bohrung reduziert den freien Durchmesser ebenfalls um 20 µm.

Der Rechner kann minimale und maximale Schichtdicken berücksichtigen. Dadurch wird nicht nur ein einzelner Wert, sondern der vollständige resultierende Passungsbereich bestimmt.

Typische Anwendungsfälle

  • Harteloxieren von Aluminiumteilen
  • chemisches oder galvanisches Vernickeln
  • Verzinken
  • Hartverchromen
  • thermisches Spritzen
  • funktionale Verschleiß- und Korrosionsschutzschichten

Bei Beschichtungsverfahren, deren Maßzuwachs nicht vollständig der angegebenen Schichtdicke entspricht, kann der dimensionswirksame Anteil angepasst werden.

Temperatureinfluss auf Passungen

Maße und Toleranzen beziehen sich bei geometrischen Produktspezifikationen auf eine Standardreferenztemperatur. ISO 1:2022 definiert hierfür die Referenztemperatur für geometrische und dimensionale Eigenschaften.

Bei abweichenden Montage- oder Betriebstemperaturen verändert sich der Durchmesser eines Bauteils näherungsweise nach:

D(T) = D20 × [1 + α × (T – 20 °C)]

Dabei ist:

D(T) Durchmesser bei der betrachteten Temperatur

D20 Durchmesser bei 20 °C

α Wärmeausdehnungskoeffizient

T Bauteiltemperatur

Besonders relevant wird der Temperatureinfluss, wenn Bohrung und Welle aus unterschiedlichen Werkstoffen bestehen.

Eine Aluminium-Nabe dehnt sich bei Erwärmung stärker aus als eine Stahlwelle. Dadurch kann sich das Spiel vergrößern oder eine Übermaßpassung für die Montage vorübergehend lösen.

Umgekehrt kann eine Stahlwelle in einer Nabe mit geringerem Wärmeausdehnungskoeffizienten bei steigender Temperatur zu einem größeren Übermaß und höheren Spannungen führen.

Der Rechner behandelt deshalb Bohrung und Welle getrennt. Für beide Komponenten können eigene Wärmeausdehnungskoeffizienten und Temperaturen eingegeben werden.

Toleranzfelder verständlich visualisieren

Die grafische Darstellung zeigt die Lage der Toleranzfelder relativ zum Nennmaß.

Dadurch wird unmittelbar erkennbar:

  • wie breit die Toleranzfelder sind
  • ob sich die Bereiche überlappen
  • welches Mindestspiel garantiert ist
  • welches maximale Übermaß auftreten kann
  • wie Beschichtungen die Toleranzfelder verschieben
  • wie sich eine Temperaturänderung auf die Passung auswirkt
  • wo gemessene Istmaße innerhalb der Grenzwerte liegen

Die Visualisierung ergänzt die numerische Ergebnistabelle. Für Zeichnungen und technische Freigaben sind weiterhin die berechneten Grenzmaße maßgebend.

Grenzen der Passungsberechnung

Eine ISO-Passung beschreibt die zulässigen Größenmaße der beteiligten Komponenten. Sie berücksichtigt nicht automatisch sämtliche Einflüsse auf die Funktion einer Verbindung.

Je nach Anwendung sind zusätzlich zu prüfen:

  • Rundheit und Zylindrizität
  • Koaxialität und Position
  • Oberflächenrauheit
  • Welligkeit
  • Werkstoffpaarung
  • Schmierung
  • Verschmutzung
  • Fügelänge
  • Wandstärken der Nabe
  • Belastung und Drehmoment
  • elastische oder plastische Verformung
  • Fliehkraft bei hohen Drehzahlen

Bei Übermaßpassungen reicht das rechnerische Übermaß allein nicht aus, um Presskraft, Flächenpressung oder übertragbares Drehmoment zu bestimmen. Hierfür ist eine separate Auslegung des Pressverbands erforderlich.

f.a.q.

Häufig gestellte Fragen zum Passungsrechner
Was bedeutet H7?

H bezeichnet die Lage des Toleranzfeldes einer Bohrung. Bei einer H-Bohrung liegt das untere Grenzabmaß auf dem Nennmaß. Die Zahl 7 bezeichnet den Toleranzgrad IT7 und damit die Breite des Toleranzfeldes.

Was bedeutet H7/g6?

H7/g6 bezeichnet eine Kombination aus einer H7-Bohrung und einer g6-Welle. Sie ergibt typischerweise eine präzise Spielpassung. Der konkrete Spielbereich hängt vom Nennmaß ab und wird vom Rechner direkt ausgegeben.

Was ist der Unterschied zwischen Toleranz und Passung?

Die Toleranz beschreibt den zulässigen Maßbereich eines einzelnen Bauteils. Eine Passung entsteht erst durch die Kombination der Toleranzfelder zweier zu fügender Bauteile.

Wie berechnet man das Spiel zwischen Bohrung und Welle?

Das kleinste Spiel ergibt sich aus der kleinsten zulässigen Bohrung abzüglich der größten zulässigen Welle. Das größte Spiel ergibt sich aus der größten Bohrung abzüglich der kleinsten Welle.

Kann eine Beschichtung die Passungsart verändern?

Ja. Eine Beschichtung auf einer Welle vergrößert deren Durchmesser. Eine Beschichtung in einer Bohrung verkleinert den freien Innendurchmesser. Dadurch kann aus einer Spielpassung eine Übergangs- oder Übermaßpassung werden.

Warum muss die Temperatur berücksichtigt werden?

Bohrung und Welle verändern ihre Abmessungen mit der Temperatur. Bestehen sie aus unterschiedlichen Werkstoffen oder besitzen sie unterschiedliche Temperaturen, kann sich der Spiel- oder Übermaßbereich deutlich verschieben.

Berechnet das Tool das tatsächliche Spiel?

Aus den ISO-Toleranzen berechnet das Tool den möglichen Spielbereich. Das tatsächliche Spiel lässt sich bestimmen, wenn die gemessenen Istmaße von Bohrung und Welle eingegeben werden.

Ist jede rechnerisch passende Kombination fertigungsgerecht?

Nicht zwingend. Sehr enge Toleranzgrade können aufwendige Bearbeitungs- und Prüfverfahren erfordern. Neben der Funktion sollten daher immer Herstellbarkeit, Messbarkeit und Kosten betrachtet werden.

Was sind die Berechnungsgrundlage und technischer Hinweise?

Der Rechner orientiert sich am ISO-Toleranzsystem für lineare Größen nach ISO 286-1 und ISO 286-2. ISO 286-1 definiert das Codesystem, die Terminologie und die Grundlagen von Toleranzen und Passungen. ISO 286-2 stellt Grenzabmaße für häufig verwendete Toleranzklassen bereit.

Die Berechnungsergebnisse dienen der technischen Vorauswahl und Plausibilisierung. Für sicherheitskritische Anwendungen, Serienfreigaben und vertraglich verbindliche Zeichnungsangaben sind die zugrunde liegenden Normen, die tatsächlichen Betriebsbedingungen und die unternehmensinternen Konstruktionsrichtlinien zu prüfen.

Passung festgelegt?  Bauteil fertigen lassen.

Eine funktionsgerechte Passung beginnt mit einer eindeutigen technischen Zeichnung und endet mit einer kontrollierten Fertigung. Laden Sie Ihr CAD-Modell und die zugehörige Zeichnung bei InstaWerk hoch. Kritische Maße, Passungen, Oberflächen und Prüfanforderungen können direkt für die Fertigungsanfrage spezifiziert werden.